Rückblick fit4life4kids

50 Kinder im Alter von 6-11 Jahren hatten viel Spaß, beim „ suchen und finden“. Es wurde das verlorene Schaf gebastelt, mit den drei Weisen Sterne und den neugeborenen König gesucht, einen Schatz im Acker (Sand) und der 12 jährige Jesus im Tempel gefunden. Mittags gab es ein leckeres Vesper und gemeinsames Spülen bevor es mit viel Power in die Workshops ging.

Man konnte backen, Armbänder basteln, Steine u. Taschen bemalen, sich auf dem Spielplatz austoben, Spiele spielen, Ukulele/Klavierspielen lernen, etwas über Bienen erfahren und vieles mehr erleben.

Am Donnerstagnachmittag gab es für die Jüngeren eine Schnitzeljagd und die Größeren durften sich im Geo Coaching versuchen. Trotz Regen wurde der Schatz mit Freude gesucht und gefunden.

Am Freitag haben wir zum Abschluss einen Gottesdienst (Ralf Dörr, Pfr. Mohl) mit anschließendem Kaffee und Kuchen mit Eltern und Kindern gefeiert. Claudia Rau

fit4lifeKIDS im August im Efeu

Ralf Dörr

Die Kinder aus Reutlingen und Umgebung konnten die Ferientage rundum genießen. Bestes Essen, witzige Spiele und fröhliche Lieder bestimmten die Tage.

Ein Aspekt der diesjährigen fit4life_KIDS-Freizeit war „Ferien von der Flucht“ in Reutlingen. So hatten wir Katharina Merklein vom ejw als Gast, die eine Reportage zu diesem Thema machte.

Wir danken der Autorin für die Überlassung des Textes, der hier beginnt:

„Was gefällt dir hier besonders gut?“, frage ich Lara, die mit ihrer Freundin am Ferienprogramm Fit4life-kids teilnimmt. Sie möchte später mal Journalistin oder Lehrerin werden und beantwortet mir fleißig Fragen. „Es ist cool, dass man Workshops machen kann“, sagt sie prompt und ihre Freundin, die mit Lara in die fünfte Klasse kommt, stimmt ihr zu. Heute wollen sie den Hip-Hop Kurs belegen. Außerdem finden sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nett und

das Essen lecker.

Ein Projekt mit integrativem Konzept.

Fit4life-kids findet vom 7. bis 11. August zum dritten Mal im Evangelischen Gemeindehaus Efeu in Reutlingen-Sondelfingen statt. Veranstaltet und mit viel Engagement geleitet wird die Freizeit von Karoline Puschmann zusammen mit Ehrenamtlichen vom Evangelischen Jugendwerk Bezirk Reutlingen (ejr). Eine Woche lang können 50 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr zusammen spielen, biblische Geschichten entdecken und an verschiedensten Workshops teilnehmen – für viele das tägliche Highlight. Da kann man Schmuck basteln oder einen erste Hilfe-Kurs belegen, Ukulele lernen oder sich mit Hashem, einem von 13 ständig ehrenamtlichen Mitarbeitern, austoben. Das Besondere der Freizeit ist ihr integrativer Ansatz. Durch die kostenlose Teilnahme werden auch Kinder angesprochen, die aus wirtschaftlich schwächer gestellten Familien stammen. Auch Kinder von Geflüchteten und mit anderen Religionen sind dort herzlich willkommen. In diesem Jahr sind es zehn Kinder. Auch Flüchtlingskinder sind Teil der Gemeinschaft.

Einer von ihnen ist Laith. Er ist erst sieben und mag besonders gerne Fußballspielen. Während viele andere Kinder direkt aus Sondelfingen kommen und zu Fuß ins Efeu laufen, kommen viele der Flüchtlingskinder mit dem Bus aus dem Wohnheim. Da ist es gut, dass sie Hashem haben, der sie vom Bus abholen kann.  Hashem hat selbst eine Flucht hinter sich, kommt aus Afghanistan und kann so auch mal bei der ein oder anderen Verständigungsschwierigkeit helfen. Er ist 18 Jahre, hat gerade seinen Hauptschulabschluss gemacht und beginnt im September eine Lehre als Augenoptiker. Zu Fit4life-kids ist er über Mitarbeitende des Bezirksjugendwerks Reutlingen gekommen, die mit den Jugendlichen seiner Wohngruppe erlebnispädagogisch gearbeitet haben. Jetzt ist er schon das zweite Jahr dabei und findet, dass es Spaß macht mit den Kindern zusammen zu spielen. „Kinder lernen schnell“, erzählt er mir, „und es ist wenig Übersetzung nötig. Zusammen spielen geht ganz einfach“.

Marcus, ein anderer jugendlicher Mitarbeiter, findet die Verständigung manchmal schwerer. „Ansonsten merkt man aber keinen Unterschied im Miteinander“. Er hat festgestellt, dass es allen Kindern, egal welcher Herkunft, gut tut, dass man hier einen Platz und Zeit für sie hat. Und er staunt darüber, wie interessiert die Kinder bei den Workshops mitmachen. „Außerdem ist es toll, dass man hier seine Ideen einbringen kann“, erzählt er, und denkt dabei an die Kleingruppen, die es inzwischen auf seine Anregung hingibt.

Christliches Profil ohne Probleme

Die Kleingruppen, aufgeteilt nach Alter, gibt es jeden Morgen nach einem gemeinsamen Start. Heute ist das Thema „auf der Suche nach Gott“. Gemeinsam wird überlegt, wo Gott denn sein könnte, und ein Kind ist sich sicher: „Gott ist einfach überall. Unter dir und über dir und auf dir und in dir. Einfach überall!“

Ich frage Hashem, wie es für ihn als Moslem ist, dass morgens biblische Geschichten erzählt werden und er Mitarbeiter eines christlichen Ferienprogramms ist. Und ob er weiß, wie es für die Flüchtlingskinder ist. Er antwortet mir, dass er das völlig unproblematisch findet. „Ich lebe hier. Da ist es gut zu wissen, was in einer anderen Religion gedacht und gemacht wird“. Und auch bei den Kindern sieht er keine Probleme. „Kinder sind da ganz unkompliziert“.

Den Eindruck habe ich auch. Und es zeigt: Gemeinschaft zu haben geht, egal woher man kommt! Katharina Merklein, Vikarin, Hospitantin im EJW. Die Namen der Kinder wurden geändert. Zum Hintergrund:

Fit4life-kids wird gefördert durch den Projektfond „Ferien von der Flucht“. Dieser wurde von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zur Förderung der Integration eingerichtet und wird vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (EJW) betreut. Über dreißig Projekte wurden bislang darüber gefördert. Die Laufzeit geht noch bis 2019.

Weitere Informationen unter www.ejw-flüchtlingsfonds.de